Ostern ist ein christlicher Feiertag. An Ostern denken wir an die Kreuzigung und die Auferstehung von Jesus. Das hat relativ wenig mit Schokolade und Süssigkeiten zu tun – wenn man mal von der plumpen Analogie absieht, dass uns Jesus das Menschsein mit seinem Tod versüssen wollte. Was also hat sein Tod mit einem Hasen zu tun? Und weshalb muss dieser Hase auch noch aus Schokolade sein? Die Frage ist nicht endgültig geklärt, und es gibt viele verschiedene Geschichten über die Herkunft des Osterhasen. Eine Geschichte bezieht sich auf den Botaniker Georg Franck von Franckenau. Er schrieb in seinem Buch «e ovis paschalibus» von «Oster-Eyern» und dass der Osterhase eben diese Eier in der pfälzischen Fauna verstecken würde. Andere Forschende sehen den Hasen ähnlich wie das Ei als Symbol für die Auferstehung. Der Hase ist nämlich das erste Tier, das im Frühjahr Junge bekommt. Die heidnische Göttin Ostara wurde meist zusammen mit einem Hasen dargestellt. Wie so oft wurden heidnische Bräuche und Symbole von der katholischen Kirche übernommen oder adaptiert. Und so wurde aus dem heidnischen Hasen ein christliches Symbol für Ostern.
Bleibt nur noch die Frage, wie aus einem «normalen» Hasen ein Hase aus Schokolade wurde. Auch diese Frage ist nicht restlos geklärt. Sicher ist, dass diese Idee nicht aus der Schweiz stammt, obwohl die Schweiz gemeinhin als Schoggiparadies gilt. Doch die Ehre, den Schoggihasen erfunden zu haben, gebührt den Deutschen: In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts liefen in unserem nördlichen Nachbarland die ersten Hasen aus Schokolade vom Band. Sie waren in bunte Folien verpackt. Etwas, das heute eher unüblich ist. Heute stecken Schoggihasen in der Regel in durchsichtigen Beuteln. Vermutlich gab es aber schon viel früher Hasen aus Schokolade. So sollen bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in vielen Konditoreien Hasen aus Schokolade in den Schaufenstern gestanden haben. Sie waren allerdings ziemlich schwer. Denn erst im 20. Jahrhundert kamen findige Köpfe auf die Idee, Hasen und andere Figuren aus Schokolade als sogenannte «Hohlfiguren» herzustellen.